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Kunst im Westpark

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Der Westpark, ist die jüngste und vielleicht auch die letzte große Parkanlage, die in der Stadt Braunschweig angelegt wurde. Jahr für Jahr stellt die Stadt Braunschweig einen namhaften Betrag für den weiteren Ausbau zur Verfügung. Es wird noch einige Jahre dauern, bis der Westpark seine vorgesehene Gestalt angenommen hat. So soll nördlich vom Reiterstall noch ein 700 Hektar großer „Inselsee“ entstehen, der das gesamte Landschaftsbild bereichern wird. In den letzten Jahren wurde am Madamenweg zwischen Raffteichbad und A 391 eine dreireihige Lindenallee angelegt. Mehrere Arbeiten verschiedener Künstler sind im Westpark integriert. Es gibt also in diesem „neuen Park“ für den Wanderer oder Radfahrer noch manches zu entdecken. Wer noch dichten Wald für seine Betätigung haben möchte, kann übergangslos den angrenzenden Timmerlaher Busch mit in seine Aktivität einplanen. Für die vielen Mitbewohner und auch immer mehr Besucher aus der Stadt, erfreut sich der Park als ein hervorragendes Naherholungsgebiet.

Kunst-Objekte im Westpark:

„Die Kunst überflügelt die Wirklichkeit" – Stendhal

Das Kulturinstitut der Stadt und die Hochschule für Bildende Künste (HBK) hatten 1990 während eines Bildhauersymposiums einen Wettbewerb ausgeschrieben; Es galt, Kunstwerke zu schaffen, die sich in die Landschaft eines sich gerade entwickelnden Westparks integrieren und ihn damit attraktiver gestalten.

Das Paar

Über der einstigen Mülldeponie ist Gras gewachsen. Nur Alteingesessene haben die „Entwicklung“ dieses Hügels am Ende des Madamenwegs, zwischen dem Landfahrerlager und dem Reit- und Fahrverein, miterlebt. Heute ist es ein Aussichtsberg, der bei gutem Wetter ein herrliches Panorama mit Kirchen und Hochbauten der Stadt bietet. Wenn der Blick dann wieder das Nahe erfasst, könnte er auf das Paar treffen. Die Künstlerin Anke Westermann lässt dem Betrachter ungeahnte Interpretationsmöglichkeiten.

Der Stuhl

Einen Stuhl und einen Bilderrahmen, zwei alltägliche Kleinmöbel aus jedem Wohnzimmer, haben die Künstler in die Landschaft des Westparks „gepflanzt“. Allein das Überdimensionierte an ihnen macht sie zum Kunstwerk. Weder Stuhl noch Rahmen dürften in eins der umliegenden Wohnzimmer passen. Auf einer Grundfläche von 1,40 m x 1,40 m hat der 3,50 m hohe Stuhl ein Gewicht von zwölf Tonnen. Er steht in der Nähe der Bezirkssportanlage Westpark. Die Bildhauerin Martina Benz bearbeitete den Felsbrocken aus einem Steinbruch bei lbbenbüren fast 100 Tage lang. Unter „Aufsicht“ der Weststädter kamen Presslufthammer, Meißel, Bohrmaschine und eigenwillige künstlerische Intelligenz zum Einsatz.

Der Infopfeiler

Die Skulptur, ein Natursteinmonolith, steht auf einer Vier-Wege-Kreuzung westlich der Siegstraße. Dem Betrachter möchte die Künstlerin Ulrike Leitz Hinweise auf die nähere Umgebung vermitteln. Eine Seite des Kunstwerkes weist zunächst in Form von eingemauerten Steinen auf das nur wenige Meter entfernte Wohngebiet hin.

Der Bilderrahmen

Ebenso wie der Stuhl, der natürlich oft von Kindern und Jugendlichen „erobert“ wird, lädt das Kunstwerk in der Nähe des Raffteiches am Madamenweg zum Mitmachen ein. Jörg Lange hat hier einen 4 m x 5 m großen Bilderrahmen errichtet. So kann sich jeder sein eigenes (Welt-) Bild zurechtrücken, sich selbst in Szene setzen und neue Perspektiven erforschen, wobei der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.


Texte übernommen aus dem Buch Braunschweig-Weststadt - ein Porträt - von Edmund Heide